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Farbe, Form – All over und Ornament
Bettina Weiß schafft ikonenhafte Bilder, die einmal gesehen, im Gedächtnis haften bleiben.

Die Reduktion auf klare geometrische Formen (einschließlich Kreissegmente) sowie strahlen- und fächerförmigen Farbflächenbündelungen paaren sich mit der für jedes Bild wohldosierten Farbpalette, die jeweils ein zeichenhaftes Bildmuster darstellen, das in seiner Präsenz eine prägnante Begrenzung eines Allover-Prinzips (in Richtung Ornament) erfährt: Die Bilder könnten sich unendlich in den Raum fortsetzen, finden aber ihre Bestimmung und Bildhaftigkeit durch die Begrenzung der Bildkante. Das Bild, dessen Malgrund die nach hinten abgeschrägte Tischlerplatte sein kann, steht vor dem Raum, ist in den Raum gehoben, lässt ihn hinter sich hinein und ruht dennoch in sich selbst. Die Fragilität der Schichtungen von Farben, die im Schaffensprozess mittels Abklebungen voneinander getrennt werden, erlauben für das Auge gerade noch wahrnehmbare Höhendifferenzen, die ein weiteres Spannungsmoment generieren und eine optische Verklammerung der Farb- und Formfelder zueinander unterstützen. Das Auge geht Spazieren. Das Vexierspiel von leuchtenden, transparenten und gedeckten Farben, ihnen Leichtigkeit und Schwere zu geben, ist ein konkretes Anliegen der Künstlerin. Bettina Weiß schafft eine form- und farbvariable Matrix, die sich bewusst und offen ist für das Experimentelle. Die oft parallele Farbmaterialwahl unterstreicht dies: Öl, Acryl, Spachtelmasse (oft zugleich Farbmasse) und der Bildgrund Holz oder Leinwand mit seinen Maserungen, Aufwerfungen, Schründen und Texturen und neuerdings auch das Collagieren.
Die Arbeiten ruhen trotz ihres aus vielen Einzelformen gebauten Farb- und Formenwerks in sich selbst und laden ein zum Augenspaziergang und zum Sich-Versenken.